Bundesliga

EHF EL: HSG entscheidet Hinspiel in Metzingen für sich

Spannung im Rückspiel garantiert

Ein erster Teilerfolg ist der HSG Blomberg-Lippe am Samstagabend im Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde der EHF European League Women gelungen. In der Metzinger Öschhalle siegte das Team aus der Nelkenstadt denkbar knapp mit 27:28 (12:15). Zwar gelang es im innerdeutschen Duell keiner der beiden Mannschaften eine Vorentscheidung zu erzwingen, beim alles entscheidenden Rückspiel hat die HSG nun jedoch am kommenden Samstag (23.10.) alle Trümpfe in der eigenen Hand.

Gute Nachrichten aus Sicht der HSG gab es bereits vor dem Anwurf. Kapitänin Laura Rüffieux, welche zuletzt in Neckarsulm aufgrund eines Infekts pausieren musste, meldete sich pünktlich zum internationalen Auftritt der Blombergerinnen wieder fit zurück. Die HSG startete selbstbewusst in die Begegnung. Marie Michalczik eröffnete das Spiel mit einem gewaltigen Wurf aus dem Rückraum, welcher an die Unterkante der Latte knallte und anschließend den Weg ins Tornetz fand. Auf der anderen Seite war HSG-Torfrau Melanie Veith von Beginn an hellwach, parierte u.a. einen Siebenmeter der deutschen Nationalspielerin Marlene Kalf. So sollte es gute sechs Minuten dauern, bis die Metzingerinnen mit etwas Glück ein Durchkommen durch das Blomberger Abwehrbollwerk fanden. Ein geblockter Ball landete bei TuS-Kreisläuferin Svenja Hübner, welche aus sechs Metern keine Mühe hatte, den Ball zum 1:2 zu verwandeln. Doch weiterhin waren es die Lipperinnen, welche die Anfangsphase dominierten. Nach sieben Minuten erzielte die 19-jährige Michalczik das 1:4, vier Minuten später versenkte die schwedische Nationalspielerin Linnea Pettersson den Ball zum 3:7 im Tor der Metzingerinnen. Ein ums andere Mal schlug die HSG das Heimteam dabei mit ihren eigenen Waffen und beeindruckte das Metzinger Team und ihre Anhänger mit kompromisslosen Tempohandball. Als beim Stand von 8:12 dann auch noch ein Pass von TuS-Torfrau Rebecca Nilsson die eigentliche Adressatin Marlena Kalf verfehlte, wurde die Unzufriedenheit im Lager der Metzingerinnen spürbar. Während Kalf gefrustet gefrustet zurück in die Abwehr lief, zog TuS-Trainerin Edina Rott wenige Sekunden später die erste Auszeit des Abends. Aber was Metzingen auch versuchte, die HSG hatte stets eine Lösung parat und präsentierte sich mit der Rückkehr von Rüffieux auch in der Abwehr stark formverbessert. In der 27. Minute schwächte sich die HSG dann jedoch selbst. Zunächst erhielt Laetitia Quist eine Zeitstrafe, wenig später stoppte HSG-Abwehrchefin Kamila Kordovská TuS-Spielerin Katrina Pandza unfair und wurde folgerichtig mit der roten Karte des Feldes verwiesen. Die gut 400 Fans in der Öschhalle witterten nun die Chance auf eine Wende im Spiel, mussten jedoch zunächst mit ansehen, wie Metzingen in doppelter Überzahl erst einen Gegentreffer von HSG-Rechtsaußen Lisa Rajes kassierte und anschließend selbst ein Offensivfoul produzierte. Somit konnte das Team von Trainer Steffen Birkner mit einer hochverdienten 12:15-Führung in die Pause gehen.

Im zweiten Abschnitt drückte Metzingen weiter unaufhörlich darauf den Rückstand zu verkürzen. Mit Erfolg: Lena Degenhardt traf nach 38. Minuten zum 17:18 für ihr Team. Doch die junge Blomberger Mannschaft wehrte sich weiter mit allen Mitteln. Ann Kynast tankte sich im Gegenzug durch die Abwehr der TusSies, holte erfolgreich einen Siebenmeter heraus und Michalczik verwandelte diesen gewohnt sicher. Bis zur 46. Minute gelang es den Blombergerinnen durch einen Treffer von Pettersson den alten Vier-Tore-Vorsprung beim Stand von 20:24 wiederherzustellen. Drei Minuten vor dem Ende sorgte erneut Michalczik mit ihrem Treffer zum 25:28 für eine Vorentscheidung im Hinspiel. Zwar gelang es den TusSies den Vorsprung auf 27:28 zu verkürzen, doch der Sieg war den Nelkenstädterinnen nicht mehr zu nehmen. Der anschließende Jubel hielt sich jedoch in Grenzen. Schnell versammelten sich Rüffieux und Co. zu einem Kreis und schworen sich bereits auf das Rückspiel am kommenden Samstag ein.

Auch Birkner bremste nach Spielende die Euphorie: „Für Samstag ist weiterhin alles offen. Es wird wieder von Null gestartet. Wir wollen und müssen mit unseren Fans im Rücken auch das Rückspiel gewinnen und in die 3. Runde einziehen“, so der HSG-Trainer. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft zeigte er sich aber sehr zufrieden: „Wir haben heute viele Dinge richtig gut gemacht und immer Lösungen gefunden. Metzingen ist eines der Topteams der Liga. Hier auswärts zu gewinnen ist alles andere als selbstverständlich und freut mich sehr. Geärgert haben mich heute nur einige individuelle Fehler und Unaufmerksamkeiten. Diese gilt es am Mittwoch gegen Oldenburg und beim Rückspiel abzuschalten“, warnt der HSG-Trainer. Ein Sonderlob teilte Birkner seinen beiden Rückraum-Spielerinnen Pettersson und Michalczik aus, welche nach der roten Karten von Kordovská „viel Last“ tragen mussten und das „super gelöst“ haben.

In der kommenden Woche stehen der HSG Blomberg-Lippe nun zwei Heimspiele bevor. Am Mittwoch (20.10., 19 Uhr) empfangen die Blombergerinnen in der Handball Bundesliga Frauen den VfL Oldenburg, mit den ehemaligen HSG-Spielerinnen Isabelle Jongenelen und Kathrin Pichlmeier. Am 23. Oktober kommt es schließlich zum hochspannenden Rückspiel gegen die TuS Metzingen in der EHF European League Women. Dann wird sich auch entscheiden, wer sich im November in der dritten Runde mit dem ungarischen Vertreter Váci NKSE messen darf. Tickets für die Oktober-Heimspiele gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Online-Ticketshop unter www.tickets.hsg-blomberg-lippe.de. Mit dem „goldenen Oktober-Ticket“ bietet die HSG ihren Fans zudem die Möglichkeit, ein vergünstigtes Ticketbundle für beide Begegnungen zu erwerben.

Tore für die HSG: Rajes (7), Pettersson (7), Kynast (6), Michalczik (5/2), Rüffieux (1), Quist (1), Agwunedu (1)

Tore für Metzingen: Kalf (8/1), Degenhardt (7), Brøns Petersen (5), Albek (3), Hübner (2), Pandza (1), Ostlund (1)

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