Der Traum vom OLYMP Final4 ist in greifbarer Nähe

„Wir wollen innerhalb der nächsten fünf Jahre das Pokal Final4 gewinnen“ – dieses Ziel rief HSG-Geschäftsführer Torben Kietsch im März 2019 aus, kurz nachdem er beim lippischen Handball-Bundesligisten einen unbefristeten Vertrag unterschrieben hatte. Auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist, ist im November 2020 zumindest die Teilnahme am OLYMP Final4 für die Blombergerinnen in greifbare Nähe gerückt. Mit einem 31:23-Sieg fegten Lisa Rajes und Co. im Achtelfinale über die HSG Bensheim/Auerbach Flames hinweg und buchten ihr Ticket für das Viertelfinale. Dort wartet jedoch am 30. Januar ab 16:30 Uhr ein Duell mit niemandem Geringeres als dem zweifachen Pokalsieger, Buxtehuder SV.

Unter anderem mit der niederländischen Rückraumspielerin Isabelle Jongenelen hat die HSG jemanden in ihren Reihen, die sich bestens damit auskennt, mit der HSG in die Endrunde des DHB-Pokals einzuziehen. In der Saison 2013/14 zog sie an der Seite von Spielerinnen wie Franziska Müller, Isabell Roch, Lisa Rajes und Xenia Smits gegen Zweitligist Kirchhof in das Final4 ein, sorgte dort im Halbfinale mit einem 27:26-Sieg gegen Leverkusen für eine wahre Pokalsensation und musste sich erst im Finale nach großem Kampf dem HC Leipzig geschlagen geben. „Das war damals richtig geil! Wir sind als Underdog in das Halbfinale gegangen und mussten dort auch noch auf Xenia Smits verzichten, welche sich zuvor ihre Hand gebrochen hat. Keiner hat damit gerechnet, dass wir gewinnen – aber wir haben alle eine sehr sehr gute Leistung gezeigt und es ins Finale geschafft. Das werde ich sicherlich nie vergessen“, erinnert sich Jongenelen gerne an die damalige Zeit zurück. Auch die Stimmung in Leipzig hat die Niederländerin umgehauen: „Die ganze Halle war im Halbfinale irgendwann auf unserer Seite. Vielleicht haben sie in uns den schlechteren Finalgegner für ihr Team, den HC Leipzig, gesehen, vielleicht haben sie es uns aber auch einfach gegönnt. Auf jeden Fall war es eine richtig coole Atmosphäre“, schwärmt Jongenelen, welche am Ende des Turniers als beste Spielerin ausgezeichnet wurde. Nun hat sie Ende Januar das zweite Mal die Chance, mit der HSG in das Final4 einzuziehen, warnt jedoch vor dem Aufeinandertreffen mit dem Buxtehuder SV eindringlich: „Wir müssen extrem aufpassen. Buxtehude spielt eine gute Saison und auch wenn wir in der Liga unser Heimspiel gegen den BSV gewonnen haben, heißt das nicht automatisch, dass uns dies im Viertelfinale wieder gelingt. Aber wir werden mit viel Selbstvertrauen in die Begegnung gehen und müssen dort über 60 Minuten zeigen, dass wir es verdient haben. Das Final4 ist ein riesiges Erlebnis, für das es sich lohnt, bis zum Ende zu kämpfen. Wenn wir das alle machen, traue ich uns den Einzug ins Halbfinale absolut zu!“, freut sich Jongenelen auf das Duell. Zuletzt zog sie 2018, mit ihrem damaligen Verein, dem VfL Oldenburg, in das Pokalfinale ein und sicherte sich mit den Niedersächsinnen überraschend den Titel gegen die favorisierten Bietigheimerinnen. „Ich kann diesen Tag bis heute nicht erklären. In diesem Spiel sind Dinge passiert, die sonst nie passieren und es hat einfach alles funktioniert. Der Pokal ist einfach ein magischer Wettbewerb“, so die Pokalsiegerin von 2018.

Ihr Tipp an die jüngeren Spielerinnen: „Wir dürfen alle nicht zu viel nachdenken, müssen alle das abrufen, was wir können – dann wird es meist gut. Wenn sie zeigen, was sie bisher gezeigt haben und in ihr großes Können vertrauen, haben es viele Gegner schwer gegen uns“, ist sich Jongenelen sicher.

Mit einem Sieg gegen Buxtehude könnte die HSG zum sechsten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Einzug ins Final4 klar machen. Dieses findet am 15. und 16. Mai in der Stuttgarter Porsche Arena statt.

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