„Ein Zuhause fern der Heimat“
Bevor Andrea Jacobsen die HSG in Richtung Island verlässt, haben wir mit der Rückraumspielern über ihre zwei Jahre in Blomberg gesprochen.
Wie hast du diese Saison bei der HSG erlebt?
Andrea: Ein Wort: WOW. Diese Saison war unglaublich! Nach der letzten Saison dachte ich, es könnte nicht noch besser werden, aber ich glaube, diese Saison war sogar noch schöner. Wir haben so hart gearbeitet und dabei unglaublich viel Spaß gehabt.
Was wird dir am meisten in Erinnerung bleiben?
Andrea: Die Menschen. Das Team, der Staff, die Fans, die Sponsoren, die Ehrenamtlichen und alle, die uns unterstützt haben.
Wenn du an Blomberg denkst, was kommt dir als Erstes in den Sinn?
Andrea: Ich denke an Gemeinschaft. Ein Zuhause fern der Heimat. Es ist selten, dieses Gefühl zu finden, wenn man im Ausland spielt, weit weg von den Menschen, die man liebt. Aber hier habe ich genau das gefunden.
Was ist deine erste Erinnerung an den Verein?
Andrea: Ich habe keine einzelne, besondere Erinnerung. Aber ich erinnere mich daran, wie ich meinem Freund Robert und meiner Familie erzählt habe, wie professionell, cool und gleichzeitig angenehm alles war, als ich zum ersten Mal hierherkam.
Wie haben die HSG, die Fans, die Stadt und der Verein dich geprägt?
Andrea: Das ist eine große Frage, aber die Antwort ist einfach: mehr, als man denken würde. Ich bin hier sowohl als Mensch als auch als Spielerin gewachsen. Obwohl ich nur eine vergleichsweise kurze Zeit hier war, habe ich unglaublich viel über mich selbst gelernt. Ich konnte hier zu 100 Prozent ich selbst sein und habe Verbindungen und Freundschaften aufgebaut, die ein Leben lang bleiben werden. Außerdem habe ich gelernt, Handball auf eine ganz neue Weise zu lieben. Ich glaube, ich bin hier sowohl persönlich als auch sportlich richtig aufgeblüht – und dafür bin ich unendlich dankbar.
Was ist deine schönste sportliche Erinnerung?
Andrea: DEUTSCHER MEISTER! Ein ganz knapper zweiter Platz wäre für mich das zweite Spiel gegen den BVB in den Finals, als wir gewonnen haben – mit diesem unglaublichen Raketenpass von Melanie auf Lexi!
Gab es einen Gegner, eine Halle oder einen Wettbewerb, bei dem du besonders gerne gespielt hast?
Andrea: Ich weiß nicht genau warum, aber ich habe es wirklich genossen, gegen den THC zu spielen. Aus Spaß habe ich immer zu den Mädels gesagt, dass ich gegen sie meine besten Spiele mache – und tatsächlich war das oft so. Sie hatten so viele unterschiedliche taktische Varianten, um zu gewinnen. Man musste auf alles vorbereitet sein und auf ihren Spielstil reagieren. Das haben wir immer als Team geschafft, und genau das habe ich geliebt.
Welche Geschichte wirst du deinem neuen Verein über dieses Team erzählen?
Andrea: Als Erstes werde ich erzählen, wie eng dieses Team zusammengewachsen war und dass jede Person die Freiheit hatte, sie selbst zu sein, ohne bewertet zu werden. Ich werde von den Finalspielen gegen den BVB erzählen, von all unseren Reisen durch Europa und natürlich von Mallorca!
Möchtest du den Fans noch etwas sagen?
Andrea: Ich glaube nicht, dass es Worte gibt, die groß genug sind, um auszudrücken, wie dankbar ich den Fans bin! Die Atmosphäre war jedes Mal fantastisch. Danke, dass ihr immer da wart. Euch haben wir es zu verdanken, dass wir in der Ulmenallee so viele Heimspiele gewinnen konnten!
Ihr habt uns immer unterstützt und gleichzeitig den Gegnerinnen Respekt entgegengebracht – das habe ich sehr geschätzt. Außerdem möchte ich meinen Lieblingsfans danken: meinen Nachbarn, der Familie Krüger, für all ihre Hilfe und dafür, dass sie meine zusätzliche Familie in Deutschland waren. Und ein großes Dankeschön geht auch an unseren besten Deutschlehrer, Hartwig Henke.
Zum Schluss möchte ich sagen, dass jede einzelne Person aus der HSG-Familie einen Platz in meinem Herzen hat. Ich hoffe, ihr wisst, wie wichtig ihr für uns seid!

