HSG verpasst gegen Podravka ersten Champions-League-Sieg
Zur vierten Runde der EHF Champions League empfing die HSG Blomberg-Lippe das kroatische Team von Podravka. Trotz einer 15:13-Halbzeitführung mussten sich die Blombergerinnen am Ende mit 31:33 geschlagen geben. Beste Werferin der Gastgeberinnen war Nieke Kühne mit elf Treffern.
Starker Start der HSG
Nur wenige Tage nach dem bitteren Pokalaus gegen den Thüringer HC stand für die HSG bereits das nächste wichtige Spiel auf dem Programm. Cheftrainer Steffen Birkner schickte Lara Lepschi, Lilli Röpcke, Nieke Kühne, Nuria Bucher, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner in die Startformation. Bei den Gästen aus Kroatien begann die ehemalige Bensheimerin Amelie Berger.
Die HSG erwischte einen guten Start und ging nach Toren von Farrelle Njinkeu, Nieke Kühne und Maxi Mühlner mit 3:2 in Führung. Vor allem Torhüterin Lara Lepschi erwischte einen starken Beginn und vereitelte mehrfach gute Chancen der Gäste. Im Angriff sorgte die treffsichere Nieke Kühne für wichtige Impulse, während Nuria Bucher mit ihren Toren den Vorsprung zwischenzeitlich auf drei Treffer ausbaute.
Nach einer Zeitstrafe gegen Kouyaté nutzten die Blombergerinnen ihre Überzahl konsequent. Besonders spektakulär: Kühne traf aus der eigenen Hälfte ins verwaiste Podravka-Tor zum 9:5. Wenig später erhöhte Mühlner auf 10:5 und zwang HC-Trainer Ivica Obrvan zur ersten Auszeit.
Podravka fand anschließend besser ins Spiel. Matea Soso übernahm zunehmend Verantwortung und brachte die Gäste gemeinsam mit Pandza wieder näher heran. Die kroatische Defensive stellte die HSG zudem vor größere Probleme. Birkner reagierte mit seiner ersten Auszeit und brachte mit Elín Magnúsdóttir, Judith Tietjen und Karolina Jurenczyk neue Kräfte.
Die HSG verlor etwas den Rhythmus, behauptete ihren Vorsprung zunächst aber. Nach dem zwischenzeitlichen 12:12-Ausgleich brachte Isabelle Axmann die Blombergerinnen wieder heran. Kurz vor der Pause sorgte Mühlner nach Vorarbeit von Kühne für die erneute Führung. Torhüterin Nicole Roth, die für die letzten Sequenzen ins Spiel kam, parierte in den Schlusssekunden noch zweimal stark. So ging die HSG mit einem 15:13-Vorsprung in die Halbzeit.
Podravka dreht die Partie – Aufholjagd kommt zu spät
Der Start in die zweite Halbzeit gehörte allerdings den Gästen. Podravka legte einen 3:0-Lauf hin und ging mit 16:15 erstmals in Führung. Zwar gelang der HSG durch Elín Magnúsdóttir und Isabelle Axmann immer wieder der Anschluss, doch die Kroatinnen bestimmten nun zunehmend das Spiel.
Vor allem Matea Soso bekam die Blomberger Defensive nicht in den Griff. Innerhalb von nur zehn Minuten erzielte sie vier Treffer und stellte die HSG immer wieder vor große Probleme. Gleichzeitig fehlte den Gastgeberinnen im Angriff die Durchschlagskraft. Zu viele technische Fehler und vergebene Chancen verhinderten, dass die HSG ihre Führung aus der ersten Halbzeit zurückerobern konnte.
Podravka setzte sich erstmals mit drei Toren ab. Auch nach der Auszeit von Birkner blieb Soso der entscheidende Faktor im Spiel der Gäste. Die HSG kämpfte weiter, fand offensiv aber nur schwer Lösungen. Rund 15 Minuten vor dem Ende kehrte Lepschi ins Tor zurück, doch Podravka konnte den Vorsprung zwischenzeitlich auf fünf Tore ausbauen.
In der Schlussphase stemmte sich die HSG noch einmal gegen die drohende Niederlage. Lepschi parierte gegen Soso, Kühne verkürzte auf 27:24 und läutete damit die Aufholjagd ein. Doch Podravka blieb in den entscheidenden Situationen ruhig und nutzte die Fehler der Blombergerinnen konsequent aus.
Auch im Sieben-gegen-Sechs fanden die Gastgeberinnen zunächst keine entscheidenden Lösungen. Kühne hielt die HSG mit ihrem Dreher zum 25:29 weiter im Spiel. In den letzten Minuten verkürzten Lepschi und Bucher noch einmal, doch der Rückstand war letztlich zu groß.
Am Ende musste sich die HSG Blomberg-Lippe mit 31:33 geschlagen geben und wartet damit weiterhin auf den ersten Sieg in der laufenden EHF Champions League.
Stimmen zum Spiel
Steffen Birkner: „Nach diesem harten Spiel sind wir mit unserer Performance nicht zufrieden. Wir hatten zu viele verlorene Zweikämpfe, obwohl wir gut in die Partie gestartet sind. Podravka bleibt am Ende cool, anders als wir mit unserer Führung. Im Handball werden unsere Fehler bestraft. Wir hatten die Chance, dieses Spiel zu gewinnen, zeigen aber über die gesamte Dauer nicht die nötige Qualität.“
Díana Magnúsdóttir: „Wir sind nicht zufrieden mit unserem Spiel und haben besonders in der Defensive zu viele Fehler gemacht. Damit konnten wir unseren Vorsprung aus der ersten Halbzeit nicht ins Ziel bringen.“
Aufstellungen:
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi (1), Roth; Rüffieux, D. Magnúsdóttir (1), Kühne (11), Mühlner (4), Axmann (2), Bucher (6), Tietjen (1), Röpcke, Hauf (2), E. Magnúsdóttir (2), Njinkeu (1), Jurenczyk
HC Podravka: Gudelj, Besen; Berger (3), K. Pandza (5), Birtic (2), Kosovacc, Fratnik, Soso (11), Brkic (1), Milosavljevic (3), Jurlina, Ljepoja, Senvald (1), Kouyate, Barisic (1), Simara (6)

