Ende der Pokalreise gegen den THC
Aus der Nationalmannschaftspause ging es für die HSG direkt mit einem Kracher weiter. Im Kampf um den Einzug ins Haushahn Final4 und das Viertelfinale im DHB-Pokal reiste die HSG zum Thüringer HC. Nach einem packenden Achtelfinale musste sich die HSG mit 31:34 (14:13) geschlagen geben. Beste Torschützinnen der Gäste aus Blomberg waren Maxi Mühlner, Nieke Kühne und Nuria Bucher mit jeweils sieben Treffern.
5:0-Lauf ebnet Halbzeitführung
Im ersten Spiel nach der kurzen Nationalmannschaftspause, aus der alle sechs Blomberger Nationalspielerinnen gesund zu ihrer HSG zurückgekehrt waren, startete Steffen Birkner mit Nicole Roth im Tor sowie Alexia Hauf, Nieke Kühne, Nuria Bucher, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner ins Duell um das Viertelfinalticket im DHB-Pokal. Weiterhin nicht mit von der Partie waren Eliska Desortova, Malin Sandberg sowie Melanie Veith. Bei den Gastgeberinnen setzte Trainer Herbert Müller unter anderem auf Jana Scheib, die aktuell in den vier Bundesligapartien die meisten Tore für den Teilnehmer an der EHF European League erzielt hatte.
Der Kracher im Achtelfinale versprach zuvor nicht nur Spannung, sondern zeigte sich bereits in den ersten Minuten: Roth feierte direkt zum Auftakt zwei Paraden, ebenso wie Laura Kuske. Dennoch setzte sich Bucher gleich zweimal durch und brachte die HSG zunächst mit 2:1 in Führung. Mit einer schnellen Abwehrarbeit gelangen Mühlner und Njinkeu gleich zwei Steals, doch beim Gegenstoß war Kuske gegen Hauf zur Stelle. Kühne holte nach dem Ausgleich durch Scheib den Strafwurf heraus, bei dem Bucher gewohnt eiskalt blieb und die Gäste wieder in Führung brachte. Nachdem sowohl Scheib als auch Bucher die ersten Tore der beiden Teams erzielt hatten, schaffte Czikos den Durchbruch durch die HSG-Defensive, ehe Kühne mit einem Dreher ihren ersten Treffer der Partie feierte. Dann jedoch fand die Abwehr der Gastgeberinnen immer besser ins Spiel und verhinderte, dass die HSG nach fast vier Minuten ohne eigenen Treffer blieb. Dabei gingen die Blombergerinnen erstmals in Rückstand und kassierten durch Heiders Treffer das 5:7.
Nachdem Kretschmar per Siebenmeter den HSG-Rückstand auf drei Treffer anwachsen ließ, zog Birkner seine erste Auszeit. Rüffieux kam für Mühlner in die Offensive, Díana Magnúsdóttir zog den zweiten Strafwurf. Bereits zum vierten Mal blieb Bucher sicher und erzielte den Anschluss zum 6:8. Erneut gelang Scheib jedoch der Durchbruch. Auch wenn Rüffieux die Zeitstrafe gegen Czikos zog, tat sich der Gast weiterhin schwer im Angriff.
Kühne netzte erneut ein und in der Defensive fanden die Blombergerinnen wieder den Zugriff und eroberten den Ball. Diesmal zeigte sich Hauf treffsicher und verkürzte auf 8:9. Kurz darauf kassierte jedoch Kühne eine Zeitstrafe. In Unterzahl agierend, konnte Roth den Treffer von Arounian nicht verhindern. Für sie rückte kurz darauf Lepschi zwischen die Pfosten. In Gleichzahl bekam Njinkeu Platz auf Außen, doch wieder war Kuske zur Stelle. Die Rechtsaußen bekam Sekunden später den langen Pass von Lepschi und diesmal ließ sie Kuske keine Chance und verkürzte den Rückstand der HSG auf 9:11. Diesmal zog der THC die Auszeit und wieder ging es über Scheib, die die Zeitstrafe gegen Jurenzyk herausholte.
In Unterzahl stand Lepschi beim Wurf von Szabo richtig, die den Ball neben das Tor setzte. Elín Magnúsdóttir kam für Nuria Bucher und legte prompt auf Mühlner am Kreis auf. Diese zeigte sich nach ihrem ersten Treffer gleich ein zweites Mal erfolgreich, nachdem Kühne das Stürmerfoul gezogen hatte.
Die HSG befand sich kurz vor der Halbzeitpause im Aufwind: Ein Block landete bei Lepschi in den Händen, die zuvor noch einen Siebenmeter pariert hatte. Vorne netzte Kühne zur ersten Führung seit den ersten Minuten ein und die Blombergerinnen hörten nicht auf. Mit einem 5:0-Lauf samt drei Treffern von Mühlner setzte sich die HSG mit 13:11 in Front. Über Aizawa und Czikos kam der THC wieder auf 13:13 heran, ehe Mühlner eiskalt ins leere Tor nach der Zeitstrafe gegen Huhnstock traf. Mit der knappen 14:13-Führung für die Blombergerinnen ging es in die Halbzeitpause.
Fehlende Effektivität bringt HSG um das Viertelfinale
Zur zweiten Halbzeit blieb Lepschi bei der HSG zwischen den Pfosten. Elín Magnúsdóttir und Judith Tietjen, die beide zum Ende der ersten Halbzeit das Feld betreten hatten, blieben auf der Platte. Erstere netzte zur ersten Zwei-Tore-Führung ein, doch der THC gelang prompt der 15:15-Ausgleich, nachdem Kühne gegen Kuske vergab und Aizawa sowie Czikos Lepschi überwinden konnten.
Huhnstock kassierte nur wenige Momente später gegen Kühne die bereits zweite Zeitstrafe. Die Blombergerinnen nutzten die Überzahl mit dem nächsten Treffer von Mühlner und konnten wieder in Führung gehen. Doch weiterhin blieb es ein Duell auf Augenhöhe, als Czikos gleich zweimal Lepschi überwand.
Hauf traf Kuske im Gesicht und kassierte dafür eine Zeitstrafe, sodass Lilli Röpcke erstmals ins Spiel kam. In Unterzahl scheiterte Díana Magnúsdóttir am Pfosten, während in der Defensive Kühne gegen Tröster die Zeitstrafe kassierte und die HSG erneut in Unterzahl agieren musste.
Der Rückstand war auf 16:19 angewachsen und besonders die fehlende Effektivität erinnerte an die erste Phase der ersten 30 Minuten. Zu viele Fehler unterliefen den Blombergerinnen seit dem Wiederanpfiff, sodass der Rückstand nach Trösters Treffer erstmals auf vier Tore anwuchs. Birkner zog die zweite Auszeit und versuchte, den inzwischen laufenden 5:0-Lauf des THC zu stoppen. Wie schon in der ersten Halbzeit blieben die Blombergerinnen lange ohne eigenen Treffer, ehe Kühne zwar zweimal einnetzte, sich die Gastgeberinnen aber immer weiter in einen Rausch spielten.
Die HSG fand nicht mehr den Zugriff in der Defensive und kassierte in knapp 15 Minuten zwölf Treffer, sodass sich der Rückstand bis zu Birkners Auszeit auf 19:25 erhöhte. Elín Magnúsdóttir startete die erhoffte Blomberger Aufholjagd, doch immer wieder war Kuske zur Stelle und verhinderte den nächsten Treffer der Isländerin.
Njinkeu und Roth kamen zurück in die Partie, doch wieder zeigte sich der THC erfolgreich und erhöhte den Rückstand der HSG auf sieben Treffer. Den Blombergerinnen blieben nur noch knapp 13 Minuten, um die Pokalpartie noch einmal in die eigene Richtung zu drehen. Röpcke netzte zum 21:27 ein, Jurenzyk im darauffolgenden Angriff zum 22:28, doch der Vorsprung verkleinerte sich nicht entscheidend. Lepschi parierte den bereits zweiten Siebenmeter gegen Kretschmar, vorne netzte Mühlner ein. Doch die Blombergerinnen bekamen die Würfe aus dem Rückraum nicht in den Griff, wieder traf Aizawa.
Njinkeu scheiterte aus kleinem Winkel am Aluminium. Birkner stellte auf das 7-gegen-6 um, doch bei Kühnes Wurf war erneut Kuske rechtzeitig zur Stelle. Roth parierte gegen von Prittwitz, doch der HSG rannte die Zeit für die Aufholjagd davon. Mühlner traf weiterhin sicher, doch die Gastgeberinnen spielten ihr Spiel herunter. Mit viel Tempo versuchte die HSG, das Wunder doch noch zu schaffen, doch nach zwei Teilnahmen in Folge am Haushahn Final4 schied die HSG im Achtelfinale gegen den Thüringer HC mit 31:34 aus.
Stimme zum Spiel
Steffen Birkner: „Wir schaffen es nicht, eine konstante Leistung zu bringen, gehen einige Dinge nicht clever genug an und verlieren zu einfach die Zweikämpfe. Der THC kommt dann mit Dynamik, gegen die wir nicht über die gesamte Spielzeit ankämpfen konnten.“
Aufstellungen:
Thüringer HC: Gomaa, Kuske; Czikos (7), Hagalin, Heider (1), Kretschmann (4), Tröster (2), Scheib (6), von Prittwitz (2), Aizawa (6), Szabo, Arounian (6), Alarslan, Huhnstock, Rosa
HSG Blomberg-Lippe: Lepschi, Roth; Rüffieux, D. Magnúsdóttir, Kühne (7), Mühlner (7), Axmann (1), Bucher (7), Tietjen, Röpcke (4), Hauf (1), E. Magnúsdóttir (2), Njinkeu (1), Jurenczyk (1)

