Saisonauftakt beim Titelfavoriten: HSG II zeigt sich in Frankfurt 15 Minuten auf Augenhöhe
Der Bundesliganachwuchs der HSG Blomberg-Lippe fordert den Frankfurter HC zunächst heraus – Kräfteverschleiß macht sich im weiteren Spielverlauf bemerkbar
Der Saisonauftakt in der 3. Liga Nord führte die II. Frauen der HSG Blomberg-Lippe direkt zu einem der großen Favoriten auf den Staffelsieg. Beim Frankfurter HC musste sich die junge HSG-Mannschaft am Ende mit 14:38 (9:19) geschlagen geben. Das deutliche Ergebnis sollte dabei allerdings nicht überbewertet werden.
Denn der Start in die Partie gehörte zunächst der HSG. Mit viel Tempo und einer konzentrierten Leistung überraschte die Mannschaft den Favoriten und ging früh mit 4:1 in Führung. Bereits nach knapp fünf Minuten sah sich der Frankfurter HC gezwungen, die erste Auszeit zu nehmen.
Auch danach blieb die HSG zunächst auf Augenhöhe. Frankfurt arbeitete sich zwar zurück in die Begegnung und glich beim 6:6 aus, doch die HSG ließ sich davon nicht beeindrucken. Bis zur 15. Minute blieb die Partie beim 8:7 aus Sicht der Gastgeberinnen völlig offen.
Anschließend setzte sich die größere individuelle Erfahrung des Favoriten zunehmend durch. Frankfurt nutzte seine Möglichkeiten konsequenter und konnte sich bis zur Halbzeit auf 19:9 absetzen. Gerade in der zweiten Hälfte machte sich bei der HSG zunehmend der Kräfteverschleiß bemerkbar.
Dabei hatte die Mannschaft eine besondere Belastung zu verkraften: Ein Großteil des Kaders war bereits am Vorabend in der weiblichen A-Jugend beim Jugendbundesliga-Auftakt in Kirchhof im Einsatz. Die Doppelbelastung über zwei Tage war im weiteren Spielverlauf deutlich spürbar.
Nach dem Seitenwechsel konnte die HSG dem hohen Tempo des Frankfurter HC nicht mehr dauerhaft folgen. Die Gastgeberinnen bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus und entschieden die Begegnung letztlich deutlich mit 38:14 für sich.
Der eingeschlagene Weg bleibt der richtige
Trotz des deutlichen Ergebnisses gibt es für die HSG Blomberg-Lippe keinen Grund, den eingeschlagenen Weg infrage zu stellen. Im Gegenteil: Die II. Frauen bleibt ein wichtiger Baustein in der Entwicklung junger Spielerinnen.
In Frankfurt standen erneut zahlreiche Nachwuchsspielerinnen im Kader. Besonders deutlich wird der eingeschlagene Ausbildungsweg daran, dass vier Spielerinnen im ersten Jahr A-Jugend bereits an den 3.-Liga-Kader herangeführt werden. Die Verbindung von Jugendbundesliga und 3. Liga schafft damit wichtige Möglichkeiten, junge Talente frühzeitig an den Frauenbereich und die Anforderungen im Erwachsenenhandball heranzuführen.
Dass dieser Weg funktioniert, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die jungen Spielerinnen bereits Verantwortung auf hohem Niveau übernehmen können. Die enge Verzahnung der Mannschaften ist damit ein sichtbares Zeichen der konsequenten Nachwuchsarbeit der HSG Blomberg-Lippe.
Die Niederlage in Frankfurt ist deshalb vor allem im Kontext der aktuellen Entwicklungsphase und der besonderen Belastungssituation zu betrachten. Entscheidend ist, weiter an der eigenen Entwicklung zu arbeiten, Erfahrungen zu sammeln und den jungen Spielerinnen die notwendige Zeit und Verantwortung für den nächsten Schritt zu geben.
HSG Blomberg-Lippe: Im Tor: Emma Stürenburg, Susanna Rabanser. Feldspielerin: Merja Schröder (1), Mila Schröder, Sinja Zarbock (1), Katinka Waltemathe (1), Inken Vogel (3), Janne Kim Overbeck (2), Louisa Osterloh Nurhan Koyutuerk (1), Jolie Cheikh Moussa (1), Charlotte Beier und Carlotta Bäumer (4).
Heimauftakt gegen weiteren Titelfavoriten
Viel Zeit bleibt der HSG II allerdings nicht, denn bereits am kommenden Wochenende wartet die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Zum ersten Heimspiel der neuen Saison empfängt die HSG am Sonntag, 20. September 2026, um 15:00 Uhr den SV Grün-Weiß Schwerin in der SynFlex Arena an der Ulmenallee.
Damit wartet bereits zum Auftakt vor heimischer Kulisse der nächste Titelfavorit auf die junge HSG-Mannschaft. Die Spielerinnen wollen die Erfahrungen aus Frankfurt mitnehmen, vor eigenem Publikum ein anderes Gesicht zeigen und die nächsten Entwicklungsschritte gehen.
Anwurf ist um 15:00 Uhr in der SynFlex Arena an der Ulmenallee.
Wer die HSG II nicht vor Ort unterstützen kann, hat die Möglichkeit, die Partie im Livestream zu verfolgen:

