Bronze für Blomberg
Nur wenige Stunden nach dem intensiven Halbfinale gegen den BVB stand die HSG erneut auf dem Feld der Stuttgarter Porsche Arena. Im Spiel um Bronze duellierten sich die Blombergerinnen mit dem Thüringer HC, die zuvor der HSG Bensheim/Auerbach im Siebenmeterwerfen unterlagen. In einem echten Achterbahnspiel mit deutlichen Führungswechseln konnten sich die Blombergerinnen beim 27:29 (13:13) mit der Bronzemedaille belohnen. Auf Seiten der HSG traf Ona Vegué mit zehn Treffern am häufigsten und wurde im Anschluss zur besten Torschützin des Turniers gekrönt.
Aufholjagd nach verschlafener Anfangsphase
Noch Ende Januar duellierte sich die HSG beim THC mit dem Tabellenvierten der Alsco HBF und konnte sich in einem knappen Spiel durchsetzen. Die Thüringer waren demnach auf eine Revanche aus. Steffen Birkner setzte im Duell um Bronze auf Lara Lepschi, Farrelle Njinkeu, Díana Magnúsdóttir, Elín Magnúsdóttir, Nieke Kühne, Alexia Hauf und Laura Rüffieux.
Nach dem vergebenen Siebenmeter von Vegué tanzte sich Díana Magnúsdóttir durch die Defensive und erzielte erst in der vierten Minute das erste Tor der Blombergerinnen. Der THC zeigte sich in den Anfangsminuten deutlich treffsicherer und erhöhte durch Hendrikse auf 4:1, obwohl Lepschi gleich zwei Paraden feierte. Über das Tempospiel und einen Ballgewinn in der Defensive robbte sich die HSG wieder heran: Jacobsen nahm das Tempo aus dem Innenblock mit und verkürzte. Auch wenn Guerreiro den Vorsprung der Thüringerinnen wieder auf drei Tore erhöhte, ließ sich die HSG nun nicht mehr abschütteln. Vegué blieb bei ihrem zweiten Siebenmeter gegen Lövgren sicher und stellte auf 5:3.
Dann nahm die HSG Fahrt auf: Nach Paraden von Lepschi ging Njinkeu ins Tempo und traf aus dem Rückraum. Magnúsdóttir erzielte anschließend den Anschluss, doch der THC fand erneut über Guerreiro eine Antwort. Insgesamt wirkte der THC nun nicht mehr so treffsicher wie in den Anfangsminuten – genau das nutzten die Blombergerinnen aus. Kühne traf zum Ausgleich, Vegué brachte die HSG anschließend sogar in Führung. Dazu wurde Lepschi zunehmend zum Faktor und parierte auch einen Wurf von Aizawa. Nach der torarmen Anfangsphase lief es für die Blombergerinnen nun besser, doch der THC konterte Vegués Führungstreffer: Aizawa tauchte frei vor Lepschi auf und glich wieder aus. Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Der THC legte zwar immer wieder vor, doch die Blombergerinnen zogen prompt nach.
Auch zehn Minuten vor der Halbzeit schenkten sich beide Teams nichts. Kuczora kassierte zwar eine Zeitstrafe, doch die HSG konnte die Überzahl nicht nutzen. Stattdessen holte der THC einen Strafwurf heraus – und diesmal blieb Aizawa gegen Veith sicher. Die Blombergerinnen blieben jedoch dran und erzielten durch Vegués Siebenmeter den Anschluss zum 12:11. In der Crunchtime der ersten Halbzeit standen nun die Abwehrreihen im Fokus. Erst nach vier torlosen Minuten konnten die Blombergerinnen den THC wieder überwinden und den Ausgleich erzielen. Über Hauf erkämpfte sich die HSG anschließend sogar die Führung, doch kurz vor der Sirene traf der THC noch zum 13:13. Mit diesem Unentschieden ging das umkämpfte Spiel um Bronze in die Kabinen.
Achterbahnfahrt mit glücklichem HSG-Ende
Die Blombergerinnen kamen im Vergleich zum Spielbeginn deutlich besser aus der Kabine. Über Vegué und Hauf eroberten sie sich direkt die Führung zurück und zogen mit dem nächsten Siebenmetertreffer erstmals auf zwei Tore davon. Keinen unwichtigen Anteil daran hatte erneut Lepschi. Der HSG-Fanblock wurde richtig laut, als in der Defensive der nächste Ball erobert wurde und Njinkeu mit ihrem Tempo den Gegenstoß zum 14:17 erfolgreich abschloss.
Kühne setzte den darauffolgenden Gegenstoß zwar an den Pfosten, dennoch sah sich der THC-Trainer Herbert Müller zur Auszeit gezwungen. Die Thüringerinnen schafften es anschließend, den Blomberger Vorsprung zu verkürzen. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff erzielten sie den Anschlusstreffer und glichen über einen Gegenstoß von Hendrikse aus.
Inzwischen war Melanie Veith für Lepschi ins Tor gerückt. Doch auch die Blomberger Torhüterin konnte den 5:0-Lauf des THC zunächst nicht stoppen. Nach Aizawas Treffer vom Siebenmeterstrich zog nun Steffen Birkner seine Auszeit. Doch auch danach blieb Jacobsen diesmal ohne Erfolg und setzte ihren Wurf neben das Tor. Der THC tat es ihr gleich, und nach fast zehn torlosen Minuten netzte Vegué wieder per Siebenmeter ein, nachdem Jacobsen diesen und die Zeitstrafe gegen Niederwieser herausgeholt hatte. Kurz darauf kassierte die Isländerin allerdings selbst eine Zeitstrafe.
Die Partie wurde nun deutlich hitziger, als auch Hendrikse nach einer Strafe das Spielfeld verlassen musste. Trotz Siebenmeters gelang der HSG diesmal nicht der Anschlusstreffer. Der THC zeigte sich nun effektiver und erhöhte den Rückstand der HSG zwischenzeitlich auf 21:18, ehe Mühlner wieder auf zwei Treffer verkürzte.
Die Blombergerinnen fanden anschließend wieder besser zum Abschluss, sodass Hauf den Rückstand erneut auf zwei Tore verkürzte. Kurz darauf kassierte Mühlner eine Zeitstrafe, wodurch Rüffieux auf das Spielfeld rückte. Trotz Unterzahl erzielte Magnúsdóttir den Anschlusstreffer, doch der THC konterte erneut blitzschnell. Mit ihrem nächsten Siebenmetertreffer eröffnete Vegué die letzten zehn Minuten der umkämpften Partie. Wieder waren die Blombergerinnen auf ein Tor herangekommen, dann bekam die HSG in der Defensive den Ball in die Hände. Im Gegenstoß blieb Hauf eiskalt und stellte beim 24:24 den Ausgleich her.
Es blieb ein Krimi, in dem sich die Blombergerinnen trotz des zwischenzeitlichen Rückstands nervenstark und abgeklärt präsentierten. Mit drei Toren in Folge setzte sich das Team von Steffen Birkner auf 24:27 ab. Dazu war Veith gegen Kuczora zur Stelle. Auch wenn Hanfland die HSG-Torhüterin noch einmal überwinden konnte, entschied spätestens Njinkeus Treffer zum 27:29 die Partie. Veith parierte anschließend noch zweimal stark und sicherte sich mit den Blombergerinnen schließlich die Bronzemedaille.
Stimmen zum Spiel:
„Ein Spiel um Platz drei ist nicht einfach für beide Teams. Es ging uns nicht gut gestern, daher waren wir in den ersten Minuten noch nicht so leicht und locker. Danach haben wir unsere HSG-DNA wieder gefunden. Wir haben gekämpft, nicht nicht aufgeben nichts geschenkt bekommen in einem packenden Spiel. Keine Mannschaft hat auch nur einen Millimeter hergegeben. Wir sind froh, dass wir mit einem Erfolgserlebnis und einem guten Gefühl nach Hause fahren. Wir werden alles tun, um nächstes Jahr wieder hier zu sein – und es dann im Halbfinale besser machen als dieses Jahr“, ordnet Steffen Birkner das Spiel ein.
Auch Melanie Veith freut sich über den guten Abschluss eines intensiven Wochenendes: „Ich bin einfach nur happy, dass wir uns den Frust von gestern von der Seele gespielt haben und mit einem Sieg und einer Medaille nach einem hart umkämpften Spiel nach Hause fahren.“
Aufstellungen:
Thüringer HC: Hallberg, Kuske; Hendrikse (2), Holm (1), Guarieiro (4), Niederwieser, Farago (2), Scheib, Hoffbeck Petersen, Aizawa (6), Ott (2), Szabo (3), Alarslan, Kuczora (1), Hanfland (3), De Abreu Rosa (3)
HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux (1), Jacobsen (1), D. Magnúsdóttir (3), Kühne (5), Mühlner (2), Vegué (10), Jaron, Bucher, Tietjen, Sandberg, Hauf (4), E. Magnúsdóttir, Njinkeu (3)

