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Alsco HBF - 28.02.2026
Buzzerbeater und Topspiel-Sieg – HSG festigt Platz Zwei

Buzzerbeater und Topspiel-Sieg – HSG festigt Platz Zwei

Zwei intensive Monate fanden mit dem Topspiel in Bensheim ihren Abschluss. Gegen die Flames bewies die HSG einmal mehr Nervenstärke und sicherte sich durch Kühnes Buzzerbeater den nächsten Auswärtssieg mit 28:29 (13:15). Beste Torschützin der HSG war Ona Vegué mit acht Treffern.

Fehlerhaftes, stimmungsreiches Topspiel
Zwei Unentschieden, drei Siege: Der Februar forderte die HSG, die jedoch unteranderem beim Kantersieg in der heimischen Ulmenallee gegen Göppingen, als auch mit dem souveränen Erfolg in Chambray Selbstbewusstsein tankte. Trotz der bereits feststehenden Teilnahme an den Play-offs der Alsco Handball Bundesliga Frauen, wollte die HSG das Duell gegen den Drittplatzierten aus Bensheim weiter konzentriert angehen. In der Bensheimer Weststadthalle setzte Steffen Birkner bei den Blombergerinnen auf Melanie Veith, Ona Vegué, Nieke Kühne, Elín Magnúsdóttir, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner. Malin Sandberg fehlte im Kader der Gäste, dafür war Carolin Jaron wieder mit dabei.
Die Gastgeberinnen begannen wenig überraschend mit Toptorschützin Nina Engel. Außerdem feierte Ndidi Agwundedu, die ehemalige Blombergerin, ihr Comeback, nachdem sie sich im Halbfinale des Haushahn Final4 2025 das Kreuzband gerissen hatte.
Den besseren Start erwischte jedoch die HSG: Ona Vegué eröffnete mit dem 1:0 und legte wenig später per Gegenstoß in der gut gefüllten Weststadthalle das 2:0 nach. Auch defensiv präsentierten sich die Blombergerinnen von Beginn an hellwach. Den dritten Bensheimer Angriff verteidigten sie souverän, ehe Fehr das direkte Duell mit Vegué für sich entschied. Kurz darauf fing Kühne im Innenblock einen Pass ab und verhinderte damit weiterhin den ersten Treffer der Gastgeberinnen.
Im Angriff agierte die HSG ruhig und strukturiert, auch wenn Vegué bei ihrem vierten Versuch am Pfosten scheiterte. Die Anfangsphase blieb insgesamt torarm – nach sieben Minuten hatten die Zuschauer erst zwei Treffer gesehen. Technische Fehler auf beiden Seiten hemmten den Spielfluss. Erst ein Gegenstoß von Schmelzer brachte Bewegung ins Spiel, nachdem Veith erstmals hinter sich greifen musste.
Die Flames gewährten der HSG weiterhin viel Raum auf Linksaußen, den Vegué zum 3:1 nutzte. Kretzschmar verkürzte, ehe die Gastgeberinnen beim 4:4 erstmals ausglichen und sogar die Chance zur Führung bekamen – doch erneut war Kühne zur Stelle. Es entwickelte sich das erwartete intensive Duell zweier Tabellennachbarn auf Augenhöhe. Nach 14 Minuten geriet die HSG erstmals in Rückstand, doch Njinkeu und Kühne drehten die Partie schnell wieder zugunsten der Gäste. Gleichzeitig steigerte sich Veith im Tor und entschärfte mehrere Würfe der Flames. Njinkeu traf zum 9:7 und sorgte damit für die erste Zwei-Tore-Führung seit der Anfangsphase. Zwar half Veith bei einem Engel-Wurf der Pfosten, doch Bensheim blieb hartnäckig. Ein technischer Fehler ermöglichte Engel schließlich den Ausgleich ins leere Tor. Beide Teams leisteten sich in dieser Phase Ballverluste, sodass das Spiel weiter offen blieb. Im Zeitspiel bewies Jacobsen Übersicht und traf zum 10:9, doch die Flames antworteten postwendend. Beim 10:10 nahm Birkner die erste Auszeit.
Auch danach blieb das Tempo hoch. Jacobsen erzielte erneut die Führung, doch Bensheim ließ nicht abreißen. Njinkeu setzte sich mit viel Dynamik durch, während offensiv Nuria Bucher für Elín Magnúsdóttir ins Spiel kam. Mühlner nutzte am Kreis einen präzisen Pass von Díana Magnúsdóttir zum 13:11 vier Minuten vor der Pause, woraufhin die Gastgeberinnen ihre Auszeit nahmen. Die Partie gewann nun spürbar an Emotionen. Zeitstrafen gegen Kühne und die Blomberger Bank führten zu doppelter Unterzahl, in der Engel per Siebenmeter verkürzte. Doch mit der Halbzeitsirene setzte Díana Magnúsdóttir den Schlusspunkt unter eine intensive erste Hälfte und traf zum 15:13-Pausenstand.

Krimi am Samstagabend
Zur zweiten Halbzeit rückte Nicole Roth für Veith zwischen die Pfosten. In der noch knapp 90 Sekunden andauernden Unterzahl glichen die Bensheimerinnen aus, doch Roth setzte direkt ein Zeichen und parierte gegen Engel – die mögliche Flames-Führung blieb aus. Den ersten HSG-Treffer der zweiten Hälfte erzielte Vegué per Siebenmeter, nachdem Jacobsen den Strafwurf herausgeholt hatte.
Vegué machte anschließend Platz für Alexia Hauf, während auch Bucher zurück in den Angriff kam und sofort Mühlner am Kreis fand, die eiskalt zur erneuten Führung verwandelte. Das Spiel blieb zunächst fehlerbehaftet, doch die HSG nutzte ihre Chancen konsequenter: Nach einem sehenswerten Anspiel von Jacobsen traf Njinkeu zum 18:16. Roth entwickelte sich immer mehr zum Faktor und entschärfte auch Bergers Wurf.
In der Defensive agierte die HSG nun äußerst kompakt und erspielte sich – begünstigt durch Roths Paraden sowie Treffer von Vegué und Njinkeu – erstmals eine Vier-Tore-Führung. Erst nach fast sechs Minuten musste Roth wieder hinter sich greifen. Doch die Flames blieben dran und verkürzten über Kretzschmar auf 18:20. Hauf antwortete mit ihrem ersten Treffer, doch erneut traf Kretzschmar aus dem Rückraum.
Nach einer Auszeit der Gastgeberinnen schmolz der Vorsprung weiter, auch weil sich bei der HSG wieder kleine Fehler einschlichen. Kühne beendete mit ihrem Treffer eine kurze Torflaute, während Njinkeu defensiv stark nacharbeitete. Dennoch kam Bensheim über Polsz zum 21:22-Anschluss. Elín Magnúsdóttir brachte neue Dynamik ins Offensivspiel und holte kurz nach ihrer Einwechslung einen weiteren Siebenmeter heraus, den Vegué sicher verwandelte – der Zwei-Tore-Puffer war zurück.
Doch Kretzschmar blieb die prägende Figur der zweiten Halbzeit. Nach einer Parade von Fehr gegen Magnúsdóttir nutzten die Flames den Gegenstoß zum 23:23-Ausgleich. Spätestens zehn Minuten vor dem Ende war klar: Dieses Topspiel würde ein Krimi werden.
Die Crunchtime begann aus HSG-Sicht ungünstig, Engel brachte Bensheim in Führung, Birkner reagierte mit einer Auszeit. Hauf konterte mit einem Doppelschlag und drehte die Partie erneut, doch Kretzschmar hatte weiterhin Antworten. Roth hielt ihre Mannschaft mit wichtigen Paraden im Spiel, während Rüffieux im Angriff Nervenstärke bewies. Drei Minuten vor Schluss schwächte sich die HSG jedoch durch eine weitere Zeitstrafe selbst.
Trotz einer Zwei-Tore-Führung gelang Bensheim 15 Sekunden vor dem Ende der Ausgleich. Die letzte Auszeit gehörte der HSG – und sie behielt die Nerven: Mit der Schlusssirene traf Kühne per Buzzerbeater zum umjubelten Siegtreffer. Zwei Punkte, ein dramatischer Erfolg – und weiterhin Platz zwei in der Alsco HBF.

Stimmen zum Spiel:
„Ich bin froh, dass wir vor dieser Kulisse heute zwei Punkte mitnehmen konnten. Mit einem Punkt wäre ich nach dem Spiel auch zufrieden gewesen. Das Quäntchen Glück war heute auf unserer Seite, deshalb tun diese zwei Punkte besonders gut“, fasst Steffen Birkner den Auswärtserfolg zusammen.
Auch Nicole Roth zeigt sich zufrieden: „Bensheim hat es uns heute nicht leicht gemacht. Wir mussten hart kämpfen, doch mit Teamgeist haben wir diesen Sieg geschafft!“

Aufstellungen:
HSG Bensheim/Auerbach: Fehr, Van Beurden; Berger (3), Hurst (10), Engel (5), Degenhardt, Ehlert, Agwunedu, Wenzel, Schmelzer (3), Orth, Kretzschmar (6), Ziercke, Polsz (1)

HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux (1), Jacobsen (3), D. Magnúsdóttir (2), Kühne (4), Mühlner (2), Vegué (8), Jaron, Bucher, Hauf (3), E. Magnúsdóttir (1), Njinkeu (5)